SELBSTPORTRAITS

Mich selbst zu fotografieren, bedeutet für mich eine Art von Meditation, die im Idealfall dazu führt, dass mein Körper und mein Bewusstsein wieder Zugang zueinander finden, im Gegensatz zu den stark kopfgesteuerten Alltagssituationen. Es sind vor allem aber auch Studien meiner eigenen Identität. Ähnlich, wie wenn ich als Modell vor einer fremden Kamera stehe, gelingt mir auch bei meinen Selbstportraits ein Innehalten, ein Sein, ein Rhythmus, ohne die Konfrontation mit dem Außen fürchten zu müssen.

Selbstbildnisse können sehr persönlich und intim sein. Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass man mit sich selbst anders umgeht als vor und mit anderen. Meine eigenen Selbstinszenierungen dienen mir somit nicht nur dazu, mich kreativ zu entfalten. Viel mehr geht es mir hierbei darum, schwierige persönliche Themen zu bearbeiten. Das ist mit einem Modell als Stellvertreter nur bedingt möglich. Demzufolge nimmt das Portraitieren meines eigenen Körpers und meiner eigenen Persönlichkeit einen rituellen Rahmen ein, in dem ich von Gedanken oder Gefühlen loslassen kann.

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